In diesen unruhigen Zeiten von Krisen und Konflikten verschiebt sich unsere Weltordnung. Werte, für die der Westen einstand, verlieren an Bedeutung, Autokratien bedrohen Demokratien. Symptomatisch für diese Entwicklung ist der Umgang mit Tibet und dem Dalai Lama. Warum findet das einzige Volk, das weltweit seit 70 Jahren gewaltfrei Widerstand leistet gegen eine Besetzung seines Landes und eine Verdrängung seiner kulturellen Identität, immer weniger Gehör in der Weltöffentlichkeit? Viele Menschen in Hessen, die den Dalai Lama jahrzehntelang willkommen geheißen und unterstützt haben, sind in Sorge darüber, was nach dem Tod des 14. Dalai Lama sein wird. Welche Perspektive hat das Land, seine Kultur und sein geistliches Oberhaupt angesichts eines schleichenden kulturellen Genozids?
